Der Führerschein steckt erst seit kurzer Zeit im Portemonnaie und plötzlich erscheint hinter dem eigenen Auto ein Polizeifahrzeug mit der Aufforderung anzuhalten. Gerade nach der Führerscheinprüfung ist das für viele eine ungewohnte Situation. In der Fahrschule werden zahlreiche Verkehrssituationen geübt, eine echte Polizeikontrolle gehört jedoch nur selten dazu.
Nervosität ist deshalb ganz normal. Trotzdem gibt es keinen Grund, hektisch zu reagieren. Eine Verkehrskontrolle bedeutet nicht automatisch, dass ein Verkehrsverstoß vorliegt. Mit etwas Hintergrundwissen lässt sich die Situation ruhig und sachlich meistern.
Die erste Verkehrskontrolle – Ruhe bewahren und richtig reagieren
Die Polizei darf Fahrzeuge im Straßenverkehr kontrollieren, ohne dass zuvor zwingend ein konkreter Verstoß beobachtet worden sein muss. Eine allgemeine Verkehrskontrolle kann beispielsweise dazu dienen, Führerschein und Fahrzeugpapiere zu prüfen oder den Zustand des Autos näher anzusehen.
Das Wichtigste ist zunächst, Ruhe zu bewahren. Unnötige Diskussionen oder hektische Bewegungen erschweren die Situation eher. Ein freundliches und sachliches Verhalten ist meist der einfachste Weg durch die Kontrolle. Auch eine gewisse Nervosität ist kein Problem. Polizeibeamte erleben täglich Verkehrsteilnehmer, die bei einer Kontrolle angespannt reagieren.
Sicher anhalten: So verhalte ich mich nach dem Anhaltesignal
Ein Anhaltesignal der Polizei muss beachtet werden. Das bedeutet allerdings nicht, dass sofort stark gebremst oder an einer ungeeigneten Stelle angehalten werden sollte. Sinnvoll ist es, die Geschwindigkeit zu reduzieren, den Blinker zu setzen und bei der nächsten sicheren Gelegenheit anzuhalten.
Nach dem Anhalten sollte der Motor ausgeschaltet werden. Normalerweise bleibt man zunächst im Fahrzeug und wartet auf die Anweisungen der Polizeibeamten. In der Dunkelheit kann es hilfreich sein, die Innenbeleuchtung einzuschalten. Dadurch wird die Situation übersichtlicher.
Hektisches Suchen nach Papieren ist nicht nötig. Liegt der Führerschein beispielsweise im Portemonnaie oder die Zulassungsbescheinigung im Handschuhfach, können die Unterlagen in Ruhe herausgenommen werden. Schnelle und für die Beamten schwer erkennbare Bewegungen lassen sich so vermeiden.
Welche Dokumente muss ich bei einer Verkehrskontrolle vorzeigen?
Bei einer Polizeikontrolle gehören vor allem der Führerschein und die Zulassungsbescheinigung Teil I zu den wichtigen Unterlagen. Die Zulassungsbescheinigung Teil I wird umgangssprachlich noch immer häufig als Fahrzeugschein bezeichnet.
Es lohnt sich, früh eine feste Routine zu entwickeln und vor längeren Fahrten zu prüfen, ob die erforderlichen Unterlagen tatsächlich vorhanden sind. Der Führerschein befindet sich zwar häufig ohnehin im Portemonnaie, bei den Fahrzeugpapieren sieht es jedoch manchmal anders aus.
Auch vorgeschriebene Ausrüstungsgegenstände können bei einer Kontrolle überprüft werden. Dazu gehören unter anderem Warndreieck, Warnweste und Verbandkasten. Ein kurzer Blick in den Kofferraum oder in das dafür vorgesehene Ablagefach verhindert, dass fehlende oder nicht mehr brauchbare Ausrüstung erst bei einer Polizeikontrolle auffällt.
Was darf die Polizei fragen – und welche Angaben muss ich machen?
Während einer Verkehrskontrolle stellen Polizeibeamte häufig verschiedene Fragen. Dazu können beispielsweise Fragen nach dem Ausgangspunkt oder dem Ziel der Fahrt gehören. Nicht jede dieser Fragen muss ausführlich beantwortet werden. Angaben zur eigenen Person müssen dagegen korrekt gemacht werden. Dazu gehören etwa Name und Anschrift. Auch die verlangten Fahrzeug- und Führerscheindokumente müssen vorgezeigt werden.
Kommt während der Kontrolle ein konkreter Verkehrsverstoß zur Sprache, ist besondere Aufmerksamkeit sinnvoll. Niemand muss sich selbst belasten. Besteht zum Beispiel der Verdacht auf eine Geschwindigkeitsüberschreitung oder einen Rotlichtverstoß, muss nicht sofort eine ausführliche Erklärung abgegeben werden. Ruhiges und höfliches Verhalten bleibt trotzdem angebracht.
Alkohol- und Drogentest: Muss ich zustimmen?
Viele Fahranfänger sind unsicher, was bei einem Alkohol- oder Drogentest erlaubt ist. Ein Atemalkoholtest am Straßenrand ist grundsätzlich eine freiwillige Maßnahme. Das gilt in der Regel auch für einen Drogenschnelltest.
Eine Ablehnung bedeutet allerdings nicht automatisch, dass die Kontrolle an dieser Stelle beendet ist. Bestehen konkrete Anhaltspunkte für Alkohol- oder Drogenkonsum, können weitere polizeiliche Maßnahmen möglich sein. Entscheidend ist dabei immer die jeweilige Situation.
Für Personen in der Probezeit und für Fahrerinnen und Fahrer unter 21 Jahren gilt außerdem ein Alkoholverbot am Steuer. Deshalb sollte Alkohol vor einer Autofahrt grundsätzlich kein Thema sein. Diskussionen darüber, ob ein kleines Glas möglicherweise noch erlaubt sein könnte, erübrigen sich in dieser Gruppe.
Fahrzeugkontrolle: Was darf die Polizei überprüfen?
Eine Verkehrskontrolle kann sich nicht nur auf die Person am Steuer beschränken. Auch das Fahrzeug selbst darf in bestimmten Bereichen überprüft werden. Dabei können beispielsweise Beleuchtung, Reifen oder vorgeschriebene Ausrüstungsgegenstände betrachtet werden.
Gerade nach der Führerscheinprüfung lohnt es sich, einige einfache Kontrollen regelmäßig selbst vorzunehmen. Funktionieren sämtliche Leuchten? Haben die Reifen ausreichend Profil? Ist der Verbandkasten vollständig und verwendbar? Solche Dinge gehören zur Verantwortung jedes Fahrzeugführers.
Eine normale Kontrolle bedeutet allerdings nicht automatisch, dass die Polizei das gesamte Fahrzeug ohne Weiteres durchsuchen darf. Für eine weitergehende Durchsuchung gelten zusätzliche rechtliche Voraussetzungen. Eine solche Durchsuchung ist also etwas anderes als die normale Kontrolle von Papieren und Fahrzeugzustand.
Typische Fehler bei der ersten Verkehrskontrolle vermeiden
Der häufigste Fehler bei einer ersten Polizeikontrolle ist wahrscheinlich unnötige Aufregung. Manche beginnen aus Nervosität sofort, lange Erklärungen abzugeben. Dadurch entstehen mitunter Missverständnisse, die sich mit kurzen und sachlichen Antworten vermeiden lassen.
Auch eine gereizte Reaktion hilft nicht weiter. Selbst wenn die Kontrolle gerade ungelegen kommt, sollte der Umgang respektvoll bleiben. Diskussionen darüber, ob die Kontrolle notwendig ist, machen die Situation meistens nur länger.
Problematisch ist außerdem das Ignorieren eines Anhaltesignals. Sobald klar erkennbar ist, dass die Polizei das eigene Fahrzeug anhalten möchte, muss darauf reagiert werden. Gleichzeitig sollte die Verkehrssicherheit im Mittelpunkt stehen. Ein kontrolliertes Anhalten an geeigneter Stelle ist besser als eine abrupte Bremsung.
Fazit
Die erste Verkehrskontrolle wirkt auf viele Fahranfänger zunächst unangenehm. In den meisten Fällen handelt es sich jedoch um einen normalen Vorgang, der nach wenigen Minuten beendet ist.
Ruhiges Anhalten, ein freundlicher Umgangston und die erforderlichen Unterlagen schaffen gute Voraussetzungen für einen unkomplizierten Ablauf. Gleichzeitig hilft es, die eigenen Rechte und Pflichten zu kennen. Nach der ersten Kontrolle verliert die Situation meist schnell ihren Schrecken und wird zu einer weiteren Erfahrung im Straßenverkehr.
